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MSC- Achtsames Selbstmitgefühl


5-Tage-Intensivkurs
09. - 14.11.2017 in der
Akademie am Meer auf Sylt

8-Wochen-Kurs
23.11.17 - 25.01.18
donnerstags 18:30 – 21:30 Uhr
Ort: Aquariana Berlin-Kreuzberg

8-Wochen-Kurs
28.11.17 - 30.01.18
dienstags 18:30 – 21:30 Uhr
Ort: Berlin-Friedrichshain

Was ist Selbstmitgefühl?

Sie kennen bestimmt das Bedürfnis, mitfühlend und fürsorglich mit den Menschen zu sein, die Ihnen wichtig sind. Besonders, wenn es einem nahestehenden Menschen nicht gut geht. Diese menschliche Fähigkeit zu Mitgefühl und Freundlichkeit können wir auch auf uns selbst anwenden – das ist Selbstmitgefühl. Doch allzu oft schließen wir uns selbst aus dem Umkreis des Mitgefühls aus. In unserer Kultur ist es sehr verbreitet, selbstkritisch und streng mit sich selbst umzugehen, wenn wir schwierige Zeiten durchmachen, etwas nicht geschafft haben, versagt haben oder etwas an uns nicht leiden mögen. Die Selbstkritik soll uns motivieren, uns mehr anzustrengen, besser zu werden, anders zu sein.
Wie sprechen Sie mit sich, wenn Ihnen Fehler unterlaufen? Wenn etwas schiefgelaufen ist, auf der Arbeit, bei Ihren Plänen? Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben? Nehmen Sie sich die Zeit, einen Moment innezuhalten, Ihren Schmerz, Ihr Peinlichkeitsgefühl oder Ihre Traurigkeit wahrzunehmen? Begegnen Sie sich dann statt mit kritisierenden Selbstgesprächen mit Freundlichkeit und gehen tröstend und verständnisvoll mit sich um?
Selbstmitgefühl gibt uns die emotionale Stärke und Widerstandsfähigkeit, um uns unsere Mängel einzugestehen, uns mit Freundlichkeit zu motivieren, uns zu vergeben, wenn notwendig und um auf authentische Weise wir selbst zu sein.

Sich mit Mitgefühl zu begegnen, hat nichts mit Schwäche zu tun. Uns allen begegnen immer wieder Schwierigkeiten im Leben, vieles kann schief laufen. Das ist menschlich! Statt den Kummer und Schmerz in diesem Moment zu fühlen, gehen wir oft in den Widerstand: versuchen uns zusammen zu reißen, kritisieren uns für unser Verhalten oder schämen uns dafür, dass uns so etwas passiert. Das ist Härte, nicht Stärke! Statt destruktiver Gedanken und ständiger Selbstkritik, die auch mit Depression und Ängsten in Verbindung gebracht werden, unterstützt uns Selbstmitgefühl, uns so anzunehmen, wie wir sind: nicht perfekt, aber wert geliebt zu werden. Daraus erwächst die Stärke, sich verantwortlich um das eigene Wohlergehen zu kümmern.

Selbstmitgefühl lässt uns auch nicht in Selbstmitleid versinken. Wenn ich mich selbst bemitleide, denke ich „Ich Ärmste!“, bin selbstbezogen und fühle mich isoliert in meinem Leid. Selbstmitgefühl dagegen basiert auf dem Wissen, dass Leiden Teil unseres gemeinsamen Menschseins ist. Schon dieses Gefühl der Verbundenheit kann Trost schenken. Und wer freundlicher mit sich selbst umgeht, geht auch mit anderen Menschen freundlicher und verständnisvoller um.

Wozu braucht es achtsames Selbstmitgefühl?

Eine achtsame Haltung lässt uns den Schmerz, den Kummer, das Schamgefühl überhaupt erst einmal wahrnehmen, statt darüber hinwegzugehen und sofort mit Beschwichtigungen wie z.B. „Ist doch egal.“/„Ist nicht schlimm.“, Verurteilungen wie z.B. „Warum schaffst du das nicht?“ oder sofortigen Lösungsstrategien zu reagieren. Nur wenn wir wahrnehmen, dass wir gerade leiden, können wir uns das Selbstmitgefühl schenken, das wir in diesem Moment brauchen.
Achtsamkeit unterstützt uns auch dabei, uns nicht in das Leid hineinzusteigern. Wenn wir die schwierigen Gefühle und Gedanken in unserem Gewahrsein halten, lehnen wir sie nicht ab, identifizieren uns aber auch nicht zu stark mit ihnen. So dramatisieren wir die Gefühle nicht und verfallen weniger in automatische, oft negative Reaktionsmuster.
Mit Achtsamkeit und Selbstmitgefühl können wir uns unserem Schmerz liebevoll zuwenden, uns umsorgen und uns das geben, was wir wirklich brauchen. Wir vergeben uns schneller, erholen uns schneller von emotionalen Verletzungen und motivieren uns zu notwendigen Veränderungen mit Freundlichkeit. Achtsames Selbstmitgefühl ist eine mutige innere Haltung, die uns Kraft und Zuversicht verleiht, mit den Herausforderungen des Lebens freundlicher und ausgeglichener umzugehen.